VRP und CEO im Gespräch
Verwaltungsratspräsident Frank Boller und CEO Andreas Ronchetti Salomon ziehen Bilanz: WWZ hat 2025 ein stabiles operatives Ergebnis erzielt und die Wachstumsstrategie konsequent vorangetrieben. Im Gespräch erläutern sie, wie WWZ die Energiewende mitgestaltet, wo die Gruppe investiert – und warum sie aus einer Position der Stärke heraus handelt.
Herr Ronchetti, wie zufrieden sind Sie mit dem Geschäftsjahr 2025?
Ronchetti: Wir haben erneut ein stabiles operatives Ergebnis erzielt. Der Ausbau des Fernwärmenetzes verläuft planmässig, die Nachfrage blieb hoch. Wir gewannen viele neue Kundinnen und Kunden und steigerten den Absatz um 29 Prozent. Zudem kamen neue Aktionärinnen und Investoren hinzu, und der Aktienkurs stieg. Unsere Wachstumsstrategie zeigt Wirkung.
Die Energiebranche verändert sich rasant. Wo spüren Kundinnen und Kunden das?
Ronchetti: Der Ausbau erneuerbarer Energien führt zu stärkeren Schwankungen bei Strommengen, Preisen und Lastspitzen im Netz. Das erhöht den Bedarf an Ausgleichsmassnahmen und Anreizen zur Reduktion von Spitzenlasten. Neu ist die Rückspeisevergütung für selbst produzierten Photovoltaikstrom saisonal unterschiedlich: im Sommer aufgrund von Stromüberschüssen tiefer, im Winter wegen Stromknappheit höher. Der Trend geht weg von fixen Jahrestarifen hin zu dynamischen Modellen.
Herr Boller, welche strategischen Prioritäten setzen Sie 2026/27?
Boller: Wir fokussieren auf Versorgungssicherheit, operative Effektivität und profitables Wachstum. Wir müssen das Verteilnetz aufgrund der Elektrifizierung und des Ausbaus von Photovoltaikanlagen erweitern. Gleichzeitig optimieren wir das Netz mit Echtzeitdaten, Batteriespeichern und Preisanreizen. Zudem setzen wir auf effiziente Prozesse und gut ausgebildete Mitarbeitende. Wachstum erwarten wir insbesondere mit Batteriespeicherlösungen und Flexibilitätsprodukten.
Und wo investiert WWZ in den kommenden Jahren?
Boller: Wir sind ein privatwirtschaftliches Unternehmen und müssen uns am Kapitalmarkt refinanzieren. Wir investieren in Projekte, die Nutzen und Mehrwert generieren, und wir beurteilen und gewichten sie laufend neu. In den nächsten Jahren fokussieren wir auf den Ausbau unseres Fernwärmenetzes, auf neue Energiedienstleistungen und auf das Telekomgeschäft. Diese Bereiche sind wettbewerbsintensiv – entsprechend sorgfältig setzen wir unsere Prioritäten.
“Der Ausbau des Fernwärmenetzes verläuft planmässig. Wir gewannen viele neue Kundinnen und Kunden und steigerten den Absatz um 29 Prozent.
„
Viele Investitionen zahlen sich erst mit Verzögerung aus. Kann WWZ sich das leisten?
Boller: Ja, WWZ ist finanziell sehr gut aufgestellt. Wer Infrastruktur baut, braucht einen langen Atem. Es dauert mehrere Jahre, bis sich Investitionen auszahlen. Zudem ist dieses Geschäft per se kapitalintensiv. Das beste Beispiel ist die Fernwärme: Wir investieren über 350 Millionen Franken in den Bau neuer Netze. Diese liefern dafür über eine Laufzeit von 60 Jahren attraktive Erträge. Unsere Wärmeverbunde entwickeln sich erfreulich, und wir werden sie voraussichtlich schon in wenigen Jahren rentabel betreiben können
Die Energiewende stellt gewisse Energieversorger vor finanzielle Probleme. Wie ist die Lage bei WWZ?
Ronchetti: Dank vorausschauender Finanzpolitik stehen wir solide da – mit AA–Rating, hoher Eigenkapitaldeckung und ausreichender Liquidität. Wichtig bleibt, dass Investitionen in die Energiewende wirtschaftlich tragfähig sind. Zu tiefe Renditen gefährden sonst die Versorgungssicherheit.
“Wir planen, unsere Telekomprodukte künftig auch ausserhalb unseres bisherigen Versorgungsgebiets anzubieten.
„
Wie entwickelt sich die Profitabilität des Telekomgeschäfts 2025?
Boller: Erwartungsgemäss. Mit dem Wechsel von Quickline zu Blizz haben wir die Basis gelegt, ab 2026 profitabler zu werden. Sinkende Beschaffungskosten und neue Märkte ermöglichen zusätzliches Wachstum. Künftig wollen wir Produkte auch ausserhalb unseres bisherigen Gebiets anbieten.
Die Geschäftsleitung von WWZ
WWZ nimmt ihren Versorgungsauftrag zuverlässig wahr. Die Geschäftsleitung setzt sich zusammen mit allen Mitarbeitenden dafür ein, Aufgaben und Herausforderungen lösungsorientiert und verantwortungsvoll zu erfüllen. Der Anspruch an eine hohe Qualität hat für WWZ Priorität.